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Neue Wege der Alphabetisierung im Land Bremen: Bericht zum Fachtag „Gemeinsam Zukunft schreiben – Perspektiven der Alphabetisierung und Grundbildung“

25.01.2018 in der Arbeitnehmerkammer Bremen

v.l.: Herr Schierenbeck ANK Bremen; Frau Mausolf SKB; Herr Armstroff, SWAH; Frau Kühn, SKB/ r.: Herr Helten vom BIB
v.l.: Hr. Schierenbeck, ANK Bremen; Fr. Mausolf, SKB; Hr. Armstroff, SWAH; Fr. Kühn, SKB/ r.: Hr. Helten, BIB/ Bildrechte: ANK Bremen

Wie kann es gelingen, die Alphabetisierung und Grundbildungskompetenzen benachteiligter Menschen im Land Bremen zu stärken? Um Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema zu erhalten, kamen auf Einladung der Senatorin für Kinder und Bildung, dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie der Arbeitnehmerkammer Bremen Ende Januar etwa 60 Akteurinnen und Akteure aus Bremen und Bremerhaven zusammen.

Der Fachtag war Auftakt für das gemeinsam entwickelte Programm „Gemeinsam Zukunft schreiben“ der Senatorin für Kinder und Bildung und dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, das mit dem Aufbau von „Fachstellen für Alphabetisierung“ im ersten Halbjahr 2018 beginnen soll. Vorträge aus anderen Bundesländern ermöglichten dabei einen Blick über den Rand der Bremischen Bildungslandschaft hinaus, um Inspiration und Beispiele „Guter Praxis“ aus anderen Teilen der Bundesrepublik zu bündeln.

Herr Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, und Frau Mausolf, Referatsleiterin für allgemeine, berufliche und politische Weiterbildung bei der Senatorin für Kinder und Bildung betonten in ihrer Begrüßung die Notwendigkeit des Handelns, um die mangelnde gesellschaftliche, berufliche und auch kulturelle Teilhabe vieler Menschen zu verbessern.

Auch die Praxisbeiträge aus Niedersachen und Hessen verdeutlichten eine zentrale Frage, wenn es darum geht, die Lese- und Schreibfähigkeit von Personen zu verbessern: wie können die Betroffenen besser angesprochen und erreicht werden? Herr Helten vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) plädierte dabei für einen „nicht defizitären Blick“ auf die Betroffenen: So seien beispielsweise immerhin knapp 60% der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten in Beschäftigung. In der vom Bund ausgerufenen „Alpha-Dekade 2016-2026“ bestehe deshalb die Kunst darin, individuell auf die Lebenswelt der Personen zugeschnittene und motivierende Angebote zu finden.

Dazu konnte Frau Janzen, Koordinatorin des Landesprogramms Regionale Grundbildungszentren Niedersachsen, aus der praktischen Erfahrung im Flächenland berichten. Schwerpunkt der Arbeit der in Niedersachen tätigen Regionalen Grundbildungszentren sei die Sensibilisierung und Vernetzung. Als ein Erfolgsfaktor in der Ansprache der Betroffenen haben sich die Begleitung von Selbsthilfegruppen sowie die Organisation von Aktionstagen in Zusammenarbeit mit Jobcentern erwiesen. Unterstrichen wurde auch das notwendige Engagement der Wirtschaft.

„Grundbildung ist Personalentwicklung“ überschrieben Herr Klatta und Frau Vatterodt vom Bildungswerk der Wirtschaft ihr Motto bei der Ansprache von Betrieben in Hessen und Niedersachsen im Rahmen des Projektes „Alpha-Grund – Bildung für den Arbeitsplatz“. Herr Klatta veranschaulichte, dass, entgegen früherer Annahmen durchaus eine Steigerung von Arbeitsplätzen im Helferbereich zu verzeichnen sei, in dem Geringqualifizierte eine Beschäftigung finden. In diesem Segment würden von Unternehmen Bedarfe gemeldet, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachen Kommunikation am Arbeitsplatz und Arbeitssicherheitsbestimmungen zu schulen.

Für das Land Bremen bedankte sich Herr Armstroff, Leiter der Verwaltungsbehörde des Europäischen Sozialfonds (ESF) beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, für die wertvollen Schilderungen aus der Praxis. Denn das neue ESF-Programm des Landes habe zum Ziel, die Teilnehmenden an Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen deutlich zu erhöhen. Dies benötige auch in Bremen neue Formen der Sensibilisierung von Betroffenen. Dafür sowie für ein weiteres Programm zur Alphabetisierung von Geflüchteten investiere der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen bis zum Jahr 2022 mehr als drei Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Mit Blick auf die Initiierung von „Fachstellen für Alphabetisierung“ unterstrich Herr Armstroff die Notwendigkeit einer professionellen Vernetzung aller Akteure in Bremen und Bremerhaven. Die Förderung Benachteiligter könne nur als gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung, Bildungslandschaft und Arbeitswelt voran gebracht werden. „Es freut uns deshalb, dass das Interesse am Thema so groß ist“, so Armstroff, und mit dem Fachtag gelungen sei, das Thema präsenter zu machen. Im Nachgang der Veranstaltung hat die Arbeitsgemeinschaft Alphabetisierung im Land Bremen, in der über zwanzig Institutionen und Personen vertreten sind, die gemeinsame Programmplanung der Senatorin für Kinder und Bildung und des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen positiv bestätigt.

Teilnemende der Veranstaltung/ Bildrechte: ANK Bremen
Teilnemende der Veranstaltung/ Bildrechte: ANK Bremen

Pressemitteilung des Senats

Neue Perspektiven der Alphabetisierung im Land Bremen – Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen und die Senatorin für Kinder und Bildung stärken gemeinsam die Bildungsförderung benachteiligter Menschen.